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COPA-COGECA: Schlechte Aussichten für EU-Rindfleischsektor Zusätzliche Importe durch Handelsabkommen könnten Branche weiter destabilisieren. Die schwierige Lage am EU-Rindfleischmarkt behandelten Pekka Pesonen, Generalsekretär der EU Landwirte- und Genossenschaftsverbände COPA und COGECA, sowie Jean Pierre Fleury, Vorsitzender der COPA-Arbeitsgruppe "Rindfleisch", in einem Treffen mit hochrangigen Experten der Generaldirektion Landwirtschaft und Handel der EU-Kommission. "Aus struktureller Sicht ist der Rindfleischsektor sehr anfällig und die Einkommen sind niedrig. Dies ist insbesondere für auf Rindfleisch spezialisierte Erzeuger ein großes Problem, da dieses ihre einzige Einkommensquelle ist. Die Lage hat sich auch wesentlich verschlechtert, nachdem die EU ihren wichtigsten Exportmarkt für Rindfleisch - Russland - eingebüßt hat. Daher ist es essenziell, dass die EU neue Absatzmärkte erschließt", sagte Fleury. Darüber hinaus stagniere der Fleischkonsum und die Situation auf dem Rindfleischmarkt könne durch weitere Fluktuationen im EU-Milchsektor sowie durch die Auswirkungen eines Angebotsüberschusses auf dem Schlachttiermarkt destabilisiert werden. "Zusätzliche Importe in die EU als Ergebnis eines der Handelsabkommen, die derzeit von der EU verhandelt werden, könnten ebenfalls ein höheres Angebot bewirken und somit die EU-Rindfleischproduktion gefährden. Dies könnte schwerwiegende Auswirkungen auf ländliche Gebiete haben, in denen es keine anderen Beschäftigungsmöglichkeiten gibt", warnte Fleury. Die bilateralen Freihandelsgespräche zwischen der EU und den USA wertet Pesonen sowohl als Chance als auch als Herausforderung. "Die USA sind der wichtigste Abnehmer unserer landwirtschaftlichen Exporte. Wir werden jedoch aufmerksam bleiben und unser Bestes geben, um den EU-Rindfleischsektor und insbesondere unsere Produktionsmethoden zu schützen. Bevor die Verhandlungen weiter an Fahrt aufnehmen, ist es auch essenziell, sanitäre und phytosanitäre Handelshemmnisse zu behandeln", verdeutlichte der Generalsekretär von COPA-COGECA.